Rückblick: eine “schwere Geburt”

Felix wurde ja am Donnerstag, den 16. Juli 2009, geboren. Ich will hier kurz festhalten, wie die Geburt verlief – vor allem für mich selbst als Gedächtnisstütze für später.

Bis zum Montag (13.07.) hatte ich gar keine Senk- oder Übungswehen. Die befragten Hebammen (meine “eigene” und eine der Hebammen in der Hebammensprechstunde in Havelhöhe, wo ich eine der Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen habe) meinten, dies wäre durchaus nicht ungewöhnlich für Zweitgebärende. In der Nacht zum Dienstag (14.07.) hatte ich dann ein oder zwei ganz leichte Wehen, die ich mitten in der Nacht nur als leichte Bauchschmerzen wahrgenommen habe. Der ganze Dienstag verlief wehentechnisch ruhig. Abends ging’s dann aber langsam los: zwischen 20:00 und 22:00 Uhr hatte ich wiederum leichte Wehen, allerdings bereits im 10-Minuten-Takt. Gegen 22:00 Uhr habe ich dann im Kreißsaal in Havelhöhe angerufen. Da wir quasi “gleich um die Ecke” wohnen, erhielten wir den Rat, noch edtwas zu warten. Und das war auch gut so, denn die Wehen schliefen tatsächlich wieder ein. Am Mittwoch (15.07.) – Andy hatte Carolin zur kita gebracht und war dann zur Arbeit gefahren – hatte ich wiederum leichte Wehen, die sich alle noch gut veratmen ließen. Die Abstände allerdings waren total unregelmäßig; mal 20 Minuten, mal anderthalb Stunden.

Ab ca. 23:00 Uhr abends ging’s dann mit heftigeren Wehen los – nur intensiv mitatmen half hier nicht mehr. Also begann ich zu stöhnen und zu tönen und Andy’s Hand zu “quetschen”, um die Wehen zu überstehen. Der Rhythmus war allerdings immer noch recht unregelmäßig. Dennoch rief ich am Donnerstag (16.07.) morgen wieder im Kreißsaal an, und es hieß, wir sollen vorbeikommen. Bei der Ankunft hatte ich noch eine Wehe und musste intensiv mit”arbeiten” – die zuständige Hebamme meinte, dies sähe ihr ganz nach einem Geburtstag aus. Der Muttermund war 2 cm offen. Nachdem ich am CTG angeschlossen war, zeigten sich allerdings gar keine Wehen mehr – für ca. eine Stunde. Also erhielten wir kurz vor 11:00 Uhr den Rat, doch noch mal nach Hause zu fahren und wiederzukommen, wenn die Wehen regelmäßig seien. Die nächsten drei Stunden verbrachten wir zu Hause – die Wehen wurden immer heftiger und regelmäßiger. Als der Abstand dann bei ca. 5 Minuten lag, fuhren wir los. Gegen 14:15 waren wir in Havelhöhe. Ich wurde in einem der Vorwehenzimmer ans CTG angeschlossen. Der Muttermund war nun schon bei 8 cm! Nach der ersten richtig heftigen Wehe fragte mich die Hebamme,ob ich es mir noch zutrauen würde, in den Kreißsaal umzuziehen d.h. zu laufen, oder ob ich unser Baby in diesem Vorwehenzimmer bekommen wollte. In diesem Augenblick wurde mir klar, dass heute wirklich der gGburtstag unseres Sohnes sein würde – eine unglaubliche Erkenntnis! In der Wehenpause eilten wir in den Kreißsaal. Die nächsten Wehen verarbeitete ich im Stehen, was mir angenehm war und natürlich auch förderlich für den Geburtsverlauf. Ich bekam einen Zugang gelegt und ein Antibiotikum gespritzt, da im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen ein positiver ß-Streptokokken-Befund festgestellt worden war. Dies ist wohl bei 30% aller Frauen der Fall, macht normalerweise keine Beschwerden, kann aber im Geburtsverlauf auf das Baby übergehen und dort eine ernsthafte Infektion auslösen. Daher also das Antibiotikum. Dann kamen die Wehen immer heftiger. Die Hebamme war toll, atmete immer mit und gab mir das Gefühl einer sehr persönlichen und individuellen Betreuung. Ohne sie hätte ich es nicht geschafft. Auch Andy hielt meine Hand, gab mir zu trinken und wischte mir immer wieder das schweißnasse Gesicht ab. Ich bin so froh und dankbar, dass auch er bei Geburt unseres Sohnes dabei war.

Irgendwann hatte ich keine Kraft mehr zum Stehen und legte mich auf das Kreißsaalbett. Darüber war ein Tragetuch angebunden, an welches man sich ranhängen konnte. Das hat mir für die letzten Wehen, die immer stärker wurden, fast unerträglich, sehr geholfen. Ich konnte mich richtig festkrallen. Um 15:45 Uhr habe ich die Hebamme dann gefragt, ob noch eine PDA möglich wäre (”nur theoretisch, ich will’s nur wissen, ich will ja keine PDA”), um dann erleichtert über ihre positive Antwort zu sein – und dann “selbstverständlich” doch keine PDA zu nehmen. Kurz vor Ende meiner Kräfte hieß es dann “noch drei, vier Wehen und Ihr Sohn ist da” und ich konnte es kaum fassen. Jetzt konnte ich ganz aktiv mitpressen. Und dann kam das Köpfchen, und Andy’s Tränen liefen. Nach wenigen letzten Minuten war unser Sohn dann da – durch mich geboren (”frisch gepresst”) um 16:13 Uhr am 16. Juli 2009. Kraft zum Weinen hatte ich nicht mehr, aber ein unglaubliches Glücksgefühl stellte sich ein. Andy konnte die Nabelschnur durchtrennen, und dann wurde Felix auf meinen Bauch gelegt. Mit großen, wachen Äuglein hat er uns dann lange angeschaut und an seinen Fingerchen gesaugt. Wir hatten viel kostbare Zeit miteinander, bevor Felix gewogen und gemessen wurde. Später haben wir dann Carolin noch in den Kreißsaal geholt, die sich auch so sehr auf die Ankunft ihres Brüderchens gefreut hat.

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